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ÖD-Aktuell - Neuigkeiten für den Öffentlichen Dienst Nachrichten für den Öffentlichen Dienst Hintergründe, Berichte und Meinungen aus dem Öffentlichen Dienst

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Zukunftsfähige Lernstrategien

Individuelle Methoden und ein gutes Lernklima zahlen sich aus

Hat der Textmarker ausgedient? An vielen Schulen wird mittlerweile mit Computer oder Tablets gearbeitet. Aber auch klassische Lernmethoden haben nach wie vor Bestand. Welche Lernstrategien zukunftsfähig sind, beschreibt Dr. Ilka Hoffmann von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Interview mit der BSW-Redaktion.


Frau Dr. Hoffmann, welche neuen Herausforderungen haben sich in Bezug auf das Lernen heute und in Zukunft entwickelt?



Im Vergleich zu früher wird beim Lernen immer mehr Selbstständigkeit erwartet. Gleichzeitig haben sich die Aufgabenformate verändert. Sie sind zum Teil deutlich anspruchsvoller geworden. Auf der anderen Seite sind die Jugendlichen heute mehr denn je vom Lernen abgelenkt, vor allem durch ihr Smartphone und neue Medien im Allgemeinen. Eine der großen Herausforderungen besteht aber auch inhaltlich, denn technisches Wissen ist im ständigen Wandel und politisch-ökonomische sowie soziale Themen werden zunehmend komplexer. Darum hat sich der generelle Fokus des Lernens geändert. Es steht nicht mehr so sehr der konkrete Lernkanon im Vordergrund, der auswendig gelernt wird, sondern die Kompetenz des Lernenden, sich Informationen zu beschaffen, sie zu verarbeiten und in einen Zusammenhang zu bringen.



Gibt es schon Lernstrategien, mit denen in den Schulen auf diese Entwicklungen reagiert wird?



In vielen Bundesländern wurde bereits das sogenannte „Methodenlernen“ oder „Lernen lernen“ in den Bildungsplan aufgenommen. Das zeigt, dass viele Schulen die aktuellen Entwicklungen sehr ernst nehmen und den SchülerInnen entsprechende Lernmethoden vermitteln. Vor allem kooperative Lernformen und Selbstverantwortung haben im Unterricht sehr an Bedeutung zugenommen.



Können solche modernen Lernstrategien auch individuelle Voraussetzungen berücksichtigen?



Auf alle Fälle und sicherlich besser als viele konservative Lernstrategien. Und das ist auch wichtig. Es gibt beispielsweise SchülerInnen, die gut strukturierte Anleitungen brauchen. Andere können auch mit offenen Aufgabenstellungen sehr gut und selbstständig umgehen. Hier ist eine Differenzierung unbedingt notwendig. Manche lernen besser im Team und im Dialog, andere besser allein. Darüber müssen Lehrkräfte mit den SchülerInnen ins Gespräch kommen und dann passende Angebote machen.



Wie schaut es mit dem Lernen im Privaten aus? Was können Eltern oder Schüler tun, um nachhaltig und effektiv zu lernen?



Am besten hilft es, sich auf eine Sache zu konzentrieren und Ablenkungen zu vermeiden. Ebenso wichtig sind auch genügend Pausen und Bewegung zwischen den Lernphasen sowie kleine Motivationshilfen. Wenn man eine längere Lernetappe geschafft hat, sollte man sich zum Beispiel mit etwas Nettem belohnen. Für manche Jugendliche ist es auch eine große Hilfe, in einer Gruppe zu lernen und die Inhalte miteinander zu besprechen und zu diskutieren. Und natürlich sollten auch die Eltern ihre Kinder regelmäßig nach den schulischen Inhalten fragen und Interesse zeigen.



Gibt es Lernstrategien, die Sie empfehlen würden?



Die klassische Lernkartei zum Vokabellernen ist nach wie vor sehr hilfreich. Bei Texten ist ebenfalls das bewährte gründliche und mehrmalige Lesen einer der besten Wege, den Inhalt wirklich zu verstehen. Zum sinnerfassenden Lesen gibt es außerdem noch andere sehr gute Ansätze und Arbeitsmaterialien, die in den Schulen auch intensiv eingesetzt werden. Wenn es darum geht, offene Fragen zu klären und Kenntnisse zu festigen, kann es zum Beispiel helfen, mit anderen über bestimmte Lerninhalte zu sprechen. Oder auch der „Trick“, sich zu Textaufgaben selbst Skizzen oder Bilder zu zeichnen, den Inhalt also zu visualisieren, kann das Verständnis einer Fragestellung erleichtern.



Gibt es aktuell neue Forschungsergebnisse, die noch in Lernstrategien für die Zukunft umgewandelt werden müssen?



Neue Erkenntnisse gibt es in diesem Bereich eigentlich immer. Eine große Rolle spielt schon seit einiger Zeit die Verbindung zwischen Emotionen und Lernen. Wer Angst hat, lernt schlechter. Und wer sich gut und sicher fühlt und Erfolgserlebnisse hat, lernt besser. Eigentlich ganz einfach. Deshalb ist auch das Wohlbefinden in der Schule und beim Lernen so wichtig. Lernen sollte Interesse wecken und Spaß machen. Ein gutes Lernklima ist ein Garant dafür, dass Lernen nachhaltig ist.




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