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Verbraucher müssen für Plastiktüten zahlen

Möchten Sie eine Tüte dazu?

Auf dem Heimweg noch schnell die Einkäufe erledigen – doch wohin damit? Wo bisher gerne Plastiktüten genutzt wurden, sind jetzt immer öfter Stofftaschen oder Einkaufskörbe im Einsatz. Grund ist ein Aktionsplan von Handel und Umweltministerium, der die Zahl von Kunststofftüten reduzieren soll. Ein Ziel, das viele Verbraucher unterstützen.

Riesige Müllteppiche gefährden die Umwelt

Umweltverbände schlagen Alarm: Zehntausende Teile Plastikmüll schwimmen mittlerweile in jedem Quadratkilometer der Meere. Seevögel verenden qualvoll an verschluckten Handyteilen, Schildkröten halten Plastiktüten für Quallen und Fische winzige Plastikteilchen für Plankton. Wie der WWF mitteilt, ist die Menge des treibenden Mülls an der Wasseroberfläche so groß, dass dieser vom Weltraum aus zu erkennen ist – als riesige Müllteppiche. Und das ist nur die Spitze des Eisberges, denn mehr als 70 Prozent des Mülls sinken nach WWF-Angaben auf den Meeresgrund. Plastiktüten bilden dabei einen großen Teil des wachsenden Problems.

11.700 Plastiktüten pro Minute

In Deutschland werden jährlich 76 Plastiktüten pro Einwohner ausgegeben, das sind 11.700 Tüten pro Minute. Innerhalb der nächsten neun Jahre soll diese Zahl nun drastisch sinken – und zwar auf 40 Tüten pro Einwohner und Jahr. Im Rahmen des Aktionsplans haben sich bisher rund 300 Unternehmen in Deutschland dazu verpflichtet, Plastiktüten nur noch gegen einen nicht definierten Aufpreis an den Endverbraucher herauszugeben. Karstadt verlangt je nach Größe zwischen 5 Cent und 30 Cent, Media Markt und Saturn zwischen 5 Cent und 50 Cent. Bei Rossmann sind 10 Cent fällig, bei C&A sind es 20 Cent pro Plastiktüte. Und es gibt erste Erfolgsmeldungen. So berichtet die Tchibo-Sprecherin Sandra Coy gegenüber dem Handelsjournal, dass seit die Tüten in den Filialen 20 Cent kosten, die Nachfrage gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 70 Prozent gesunken sei. Die Stimmung bei den Kunden sei zudem positiv. Das unterstreicht auch die Studie des Meinungsforschungsinstituts You Gov . Demnach plädiert mehr als die Hälfte der Deutschen dafür, die Ausgabe von Plastiktüten komplett zu verbieten. Alle Fakten zum Plastikfasten hat die Deutsche Umwelthilfe für Sie zusammengestellt.

Ein Anfang, aber noch keine Lösung

Auch wenn die Unternehmen, die sich von Beginn an am Aktionsplan beteiligt haben nach Angaben des Handelsverbandes Deutschland (HDE) für über 60 Prozent aller Tüten im Handel verantwortlich sind, ist das Plastiktüten-Problem noch nicht gelöst. Kritik kommt beispielsweise von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) , die eine gesetzlich und verbindlich festgelegte Abgabe in Höhe von 22 Cent pro Plastiktüte fordert. Auch gibt es keine Sanktionen bei Nichteinhaltung der freiwilligen Vereinbarung und unter den Plastiktüten-Arten werden Einschränkungen gemacht. Die Gebühr gilt lediglich für dünne Tüten, wie sie aus den Discountern und Boutiquen bekannt sind. Das entspricht rund 60 Prozent der Plastiktüten deutschlandweit. Dünnere sowie dickere Varianten sind nicht mit inbegriffen. Dennoch ist die Selbstverpflichtung der Unternehmen ein wichtiger Beitrag, um das seit Langem bestehende Problem mit den Plastiktüten anzugehen. Und der Verbraucher hat es selbst in der Hand, ob er sich daran beteiligen will. Wer nicht 10, 20 oder mehr Cent zusätzlich an der Kasse zahlen möchte, sollte immer einen Stoffbeutel in der Handtasche oder im Fahrradkorb dabei haben. So lassen sich Natur und Geldbörse schonen.


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