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ÖD-Aktuell - Neuigkeiten für den Öffentlichen Dienst Nachrichten für den Öffentlichen Dienst Hintergründe, Berichte und Meinungen aus dem Öffentlichen Dienst

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Zurück in die Stadt

Reurbanisierung ist geprägt von mehr Nachhaltigkeit und Lebensqualität

Megatrend „Zurück in die Stadt“: Demografischer Wandel und neue Familienstrukturen, Energiewende und andere Arbeitsmodelle, mehr Online-Shopping und Diversifizierung der Lebensstile – all das stellt Stadtplaner vor große Herausforderungen. So beschäftigen sie sich mit der Frage, wie die eigene Stadt im Jahre 2030 aussehen soll.

Die Bevölkerung in Deutschlands großen Städten wächst – meist auf Kosten des Umlands. Ursachen für den Drang zurück in die Städte und die abnehmende Begeisterung fürs Einfamilienhaus im Grünen gibt es viele. So nimmt die Zahl der Single-Haushalte zu und damit die Nachfrage nach vor allem in der Stadt angebotenen Dienstleistungen – von Putzhilfen bis zu „Essen auf Rädern“. Und auch Familien bleiben vermehrt lieber in der Stadt, weil sie dort unter anderem auf Angebote zur Kinderbetreuung zählen können.

Gleichzeitig steigen die Ansprüche an das Leben in den großen Städten. Kaum jemand möchte ein Domizil in der City mit beengtem Raum, Lärm oder dem Verzicht auf Grün erkaufen müssen. Wer heute für die Stadtentwicklung zuständig ist, der hat deshalb zum einen für immer mehr bezahlbaren Wohnraum zu sorgen. Zum anderen muss er sich in puncto Architektur, Infrastruktur, Verkehr, soziale Einrichtungen, aber auch im Hinblick auf ästhetische Aspekte und kulturelle Angebote hohen Erwartungen stellen. Dazu kommen neue soziale und ökologische Anforderungen, soll doch die Stadt der Zukunft Migranten besser integrieren und nachhaltig sein.

Bürger arbeiten an Vision für Bonn

Dass Stadtentwicklung nicht immer nur in Fachgremien stattfinden muss, zeigt das Beispiel Bonn. Als eine von 51 Städten und Gemeinden nimmt die ehemalige Hauptstadt am Wettbewerb „Zukunftsstadt “ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) teil. Im dessen Rahmen waren Ende Januar die Bonner Bürger gefragt, wie sie sich die Entwicklung ihrer Stadt vorstellen. Einen Tag lang erarbeiteten 250 repräsentativ ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Vision für die Zukunft der ehemaligen Hauptstadt. Oberbürgermeister Ashok Sridharan zeigte sich begeistert von dem Engagement der Bürger, die einen ganzen Samstag opferten, um sich Gedanken über die Zukunft Bonns zu machen. Die Ergebnisse werden nun diskutiert und gehen dann Richtung Ratsbeschluss, wie der Beauftragter für Bürgerbeteiligung mitteilt.

Lokale Kreisläufe stehen im Zentrum

In der Praxis wurden und werden zahlreiche konkrete Konzepte entwickelt und umgesetzt – häufig auf Basis der „Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt“ von 2007. Ein Schwerpunkt liegt auf lokalen Kreisläufen, also dem Recycling, der Aufbereitung von Abwasser, der Wiederbelebung leer stehender Gebäude oder der Gewinnung von Energie aus Abfällen. In München zum Beispiel wird aus Bioabfällen Strom, Wärme und Kompost erzeugt, in Hamburg liefert eine Abwasserwärmeanlage elektrische Energie.

Leipzig hat so genannte „Wächterhäuser“, bei denen Eigentümer ungenutzten Wohnraums und kreative Raumsuchende zusammengeführt werden. Letztere erhalten als Zwischennutzer die Immobilie und profitieren von einer niedrigen Miete.

Viele Projekte beschäftigen sich mit dem Verkehr in unseren Innenstädten, wobei der motorisierte Individualverkehr möglichst reduziert werden soll. Das bedeutet, Alternativen wie den öffentlichen Nahverkehr, Fahrradfahren und das Gehen zu Fuß attraktiver zu machen. Insbesondere versuchen die Verantwortlichen, die Kombination dieser Formen der Fortbewegung zu vereinfachen. Für den motorisierten Verkehr werden zunehmend Elektro- und Hybridfahrzeuge angeschafft und beispielsweise in Berlin steht eine Flotte Elektrofahrräder zur Verfügung. Carsharing-Modelle komplettieren die Anstrengungen, die Mobilität nachhaltiger zu gestalten.


  • stadtplanung, bundesministeriums für bildung und forschung, urbanisierung, behörden