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Aus dem Leben eines Polizeihundes

Sie brillieren, wo Mensch und Technik versagen

Der Hund steht seit Jahren unangefochten auf dem Siegertreppchen der beliebtesten Haustiere. Er gilt als Freund und Beschützer – ebenso wie die Polizei. Da ist es die logische Konsequenz, dass sich beide zusammentun und der Ausbildung vom süßen Begleiter zum waschechten Polizeihund viel Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Polizeihund und Herrchen - ein eingespieltes Team

Bereits im 12. Jahrhundert wurden Hunde eingesetzt, um die französischen Städte zu bewachen. Heute sind sie an der Seite der Polizei nicht mehr wegzudenken. Innerhalb von 70 Tagen absolviert ein Vierbeiner die Grundausbildung zum sogenannten Schutzhund und ist damit fähig, Witterungen aufzunehmen, gefährdete Personen zu schützen und seinem Besitzer aufs Wort zu gehorchen, wie die Polizei Sachsen auf ihrer Homepage beschreibt. Rund 160 Polizeihunde sind allein in diesem Freistaat aktiv und bilden gemeinsam mit ihren Polizeiherrchen- bzw. frauchen ein eingespieltes Team.

Diese Rassen sind für den Polizeieinsatz besonders geeignet:

•der Deutsche Schäferhund

•der Malinois (auch als Belgischer Schäferhund bekannt)

•der Holländische Herder

•Mischlinge dieser Rassen

Mit dem besonderen Geruchssinn vermisste Menschen finden

Beim Hund ist die Riechschleimhaut bis zu 80 Quadratzentimeter groß. In ihr sitzen - je nach Schnauzenform und -größe zwischen 125 und 220 Millionen Riechzellen. Wir Menschen haben im Vergleich nur etwa fünf Millionen. Durch direktes oder indirektes Schnüffeln erfahren die Hunde so viel über ihre Umwelt und nehmen auch den Gemütszustand wahr.

In Nordrhein-Westfalen stehen rund 300 Hündinnen und Rüden den Beamten zur Seite – besonders die sogenannten Mantrailing-Hunde werden immer wichtiger. Sie zeichnen sich durch ihre hervorragende Fähigkeit aus, Geruchsmoleküle bis zu 24 Stunden lang aufspüren zu können und so vermisste Personen ausfindig zu machen. Ein T-Shirt, ein Kissen oder ein anderer Gegenstand, an dem der Individualgeruch eines Menschen haftet, reicht aus, damit der Vierbeiner seine Fährte aufnehmen kann. „Schon als Welpen werden diese speziellen Spürhunde für den Ernstfall trainiert, nach circa zweieinhalb Jahren ist die Ausbildung beendet“, erklärt Uwe Thieme, der bei der Polizei in NRW als Abteilungsleiter beim Landesamt für Aus- und Fortbildung tätig ist. Seit 39 Jahren ist er als Polizeibeamter im Dienst und konnte mitverfolgen, wie die Nachfrage nach den Mantrailing-Hunden immer weiter zunahm. „Im Jahr 2013 konnten wir bei 1000 Nachfragen nur 227 Einsätze wahrnehmen, 2015 waren es bereits 582 – Tendenz steigend“, macht der leitende Polizeidirektor deutlich. Aktuell sind acht Mantrailing-Hunde für Nordrhein-Westfahlen im Einsatz. Für die Suche nach vermissten Personen hat sich die Polizei in NRW auf Schweißhunderassen, wie den Hannoverscher Schweißhund, den Schwarzwälder Schweißhund und den Bayerischen Gebirgsschweißhund spezialisiert. Diese Rassen haben bei allen Tests am besten abgeschnitten. Die Ausbildung der Mantrailing-Hunde befindet sich aktuell noch im Aufbau: Eine aufwendige Konditionierung und eine intensive Arbeit mit den Hunden seien nötig, um später möglichst viele Fälle aufklären zu können. Doch auch die Förderung eines Polizei-Schutzhundes, der im Dienst-Alltag eingesetzt wird, bedarf viel Hingebung.

Polizeihund zu sein, ist ein Privileg

Von 100 „Bewerbern“ bekommen etwa 10 Prozent die Zulassung zum Schutzhund. Ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, eine hohe Arbeitsmotivation, Führigkeit, Gesundheit und ein umgängliches Sozialverhalten bilden die primären Kriterien. Während der Ausbildung steht jedem Polizeihund ein Hundeführer, der sich im Vorfeld ebenfalls schulen lassen muss, zur Seite. Alle Polizeidiensthunde leben in der Familie der Diensthundführerin oder des Diensthundführers. Die Beamten erhalten dafür, je nach Bundesland, eine monatliche Pauschale von rund 85 Euro. Einmal jährlich muss sich das Duo in einer Prüfung, in der das Zusammenspiel und die jeweiligen Kompetenzen getestet werden, beweisen. Nur bei einem hervorragenden Ergebnis können sie den nächsten Einsatz zusammen bestreiten.

So arbeiten andere Spürhunde

Ein Flächensuchhund etwa ist dafür ausgebildet, in der freien Natur, zumindest in großen Waldstücken, Menschen zu suchen. Weiß man sicher, wo man suchen muss, geht die Arbeit mit Flächensuchhunden oft schneller. Ein Mantrailing-Hund ist die richtige Wahl, wenn man nicht weiß, welche Richtung der Vermisste zuletzt genommen hat. Trümmersuchhunde sind hingegen darauf geschult, sich in schwierigem Gelände bewegen zu können. Sie dürfen keine Angst vor Höhen zeigen, sich auch durch widrige Umstände, wie Rauch, nicht ablenken lassen und müssen aus der Ferne gut zu dirigieren sein. Letzteres gilt auch für Lawinensuchhunde, die zudem lernen müssen, sich aus einem Hubschrauber abseilen zu lassen. Die Hunde müssen allesamt Höchstleistungen erbringen!


  • Polizeihund, Polizei, Schutzhund, Mantrailing-Hunde, Spürhundeausbildung, Diensthund, Hundeführer, Öffentlicher Dienst