Darauf müssen Sie achten

Mit dem Auto in den Urlaub

Die Landschaft verändert sich langsam, der Fahrtwind weht einem ins Gesicht – das Urlaubsgefühl beginnt bereits bei der Anreise. Doch bei der Autofahrt in den Urlaub sollte man gut vorbereitet sein. Wir haben Ihnen das Wichtigste im Überblick zusammengestellt.

Flexibel, viel Platz und ein einzigartiges Fahrerlebnis

Vor allem bei Reisen bleibt das Auto bei den Deutschen mit das beliebteste Verkehrsmittel. Das hat gute Gründe. Mit dem Auto ist man flexibel unterwegs. Ob bei der Anreise oder im Urlaub vor Ort lassen sich beliebig viele Zwischenstopps einlegen oder Ausflüge an Orte planen, die ohne Auto gar nicht oder nur schwer erreichbar sind. Kein Urlaub geht ohne das ein oder andere Souvenir vorbei – im Auto findet sich immer noch ein Platz, um es zu verstauen. Doch wie machen Sie das sicher und welche Punkte gibt es sonst noch vor der Abreise zu beachten? Wir haben Ihnen eine Checkliste zusammengestellt, mit der Sie Ihren Urlaub gründlich vorbereiten:

1. Ausstattung

Zur Ausrüstung eines jeden Autos gehören neben einer Reiseapotheke und einem Verbandskasten auch Warndreieck sowie Warnwesten in Höhe der Anzahl der Mitfahrer, die jedoch allesamt nicht unter dem Gepäck verstaut sondern leicht zu erreichen sein sollten – am besten griffbereit im Vorderraum des Autos. Bei Reisen mit Kindern ist außerdem auf einen passenden Kindersitz sowie auf die richtige Gurtführung zu achten. Außerdem sollten keine Glasflaschen oder andere potenziell spitze bzw. scharfkantige Gegenstände mitgeführt werden. Bei Reisen mit Tieren müssen Sie ebenso darauf achten, dass diese verkehrsgerecht – beispielsweise durch ein auf deren Größe angepasstes Brustgeschirr (bei Hunden) – gesichert sind.


2. Beladung

Die Grundregel für das richtige Beladen könnte einfacher nicht sein: Schwere Gegenstände kommen nach unten und ganz an die Rücksitzlehne, damit diese keine Wucht bei einem eventuellen Unfall aufnehmen können, und leichte Gegenstände werden oberhalb gelagert. Optimaler weise wird die verladene Fracht zusätzlich noch mit einer Decke abgedeckt und angegurtet. Dies gilt insbesondere dann, wenn das Auto über kein Trenngitter bzw. -netz für den Laderaum verfügt. Schließlich wird bei einem Unfall jeder ungesicherte Gegenstand zu einem Geschoss. Daher gilt: Das, was Personen gut sichert, sichert auch Gegenstände im Fahrzeug. Das gilt besonders für Gepäck auf dem Rücksitz.


3. Beleuchtung

Neben funktionstüchtigem Standlicht, Abblendlicht und Fernlicht sollten Sie bedenken, dass es in manchen Ländern – darunter beispielsweise in Italien – Pflicht ist, die Beleuchtung am Auto auch tagsüber einzuschalten. Darüber hinaus kann sich die Mitnahme eines Sets Ersatzglühbirnen bezahlt machen.


4. Erholung

„Ohne Mampf, kein Kampf“, heißt es so schön. Daher gehören regelmäßige Pausen sowie regelmäßiges Essen und Trinken zu jeder Autofahrt einfach dazu. Legen Sie alle anderthalb bis zwei Stunden eine Pause ein, so beugen Sie unter anderem effektiv einem eventuellen Sekundenschlaf vor.


Unter „Sekundenschlaf“ wird eine spontane Müdigkeitsattacke verstanden, die zu plötzlichem kurzem Eindösen führt und dadurch zu den gefährlichsten Unfallursachen zählt. Denn sollten Sie zu wenig schlafen, geht Ihr „Schlafkonto“ schnell in den Minusbereich, da sich entgangener Schlaf über Tage und Wochen hinweg zu einer Art „Schlafschuld“ aufaddiert. Je höher diese ist, desto größer ist die Gefahr des Sekundenschlafs. Besonders gefährlich: Ein Sekundenschlaf mit offenen Augen, bei dem der Fahrer bis zu fünf Sekunden wegtreten kann. Hier können für gewöhnlich über hundert Meter im „Blindflug“ zurückgelegt werden. Am besten wäre es natürlich, wenn Sie vor jeder Autofahrt bestens ausgeruht sind.


5. Tempolimits

Das Verständnis von zulässigen Höchstgeschwindigkeiten auf Autobahnen und Schnellstraßen ist von Land zu Land unterschiedlich:


Tempolimits

Achtung: Für Fahranfänger – für gewöhnlich Fahrer, die ihren Führerschein seit weniger als drei Jahren besitzen oder unter 25-Jährige – gelten in manchen Ländern, wie beispielsweise in Italien bzw. Kroatien, gesonderte Geschwindigkeitsbegrenzungen. Ferner sollten Sie beachten, dass unsere europäischen Nachbarn gut erkannt haben, dass sich das Verkehrsverhalten der Verkehrsteilnehmer nicht nur durch Tempolimits sondern auch durch Strafandrohungen positiv beeinflussen lässt.


6. Vignetten

In sehr vielen europäischen Ländern sind Mautgebühren abhängig von der jeweils zurückgelegten Strecke zu bezahlen. In folgenden Ländern gibt es jedoch auch fixe Autobahnvignetten (Stand 04.2018):

Bulgarien:
Pauschale Gebühr von 8,70 Euro für PKWs.

Österreich:
Sie brauchen ein "Pickerl", abhängig von Ihrer Reisehäufigkeit:

1. Jahresvignette: 87,30 Euro

2. Zwei-Monats-Vignette: 26,20 Euro

3. 10-Tage-Vignette: 9,00 Euro

Schweiz:
Für die Benutzung von Autobahnen und Schnellstraßen muss eine PKW-Jahresvignette für 35,75 Euro erworben werden - gültig immer ein Kalenderjahr inklusive der Anschluss-Monate.

Slowakei:
Hier gibt es ebenso eine Vignetten-Staffelung:

1. Jahresplakette: 51,00 Euro

2. Monatsplakette: 13,80 Euro

3. 7-Tage-Plakette: 3,80 Euro

Slowenien:
Folgende Autobahn-Vignetten können erworben werden:

1. 1 Jahr Gültigkeit: 110 Euro

2. 1 Monat Gültigkeit: 30 Euro

3. 7 Tage Gültigkeit: 15 Euro

Tschechien:
Hier gilt wiederum das Vignetten-Prinzip:

1. Jahresvignette: 62 Euro

2. Monatsvignette: 18,50 Euro

3. 10-Tage-Vignette: 13 Euro

Ungarn:
In Ungarn gibt es sogennante "E-Vignetten", welche per Videoüberwachung kontrolliert werden. Alle notwendigen Vignetten-Daten sind vorher an der Grenze registieren zu lassen. Die Kosten belaufen sich - je nach Dauer - auf:

1. Jahresvignette: 42.980 Forint (circa 149,00 Euro)

2. Monatsvignette: 4.780 Forint (circa 16,50 Euro)

3. Wochenvignette: 2.975 Forint (circa 1,50 Euro)


Es empfiehlt sich, stets den Zahlungsbeleg im Auto mitzuführen, um einen rechtmäßigen Vignettenkauf nachweisen zu können. Vignetten kaufen Sie am besten bereits vor Antritt der Reise, um lange Wartezeiten an der Grenze zu vermeiden.

Sie suchen nach den restlichen Ländern, die in der obigen Aufzählung nicht aufgeführt wurden? Dann haben wir gute Nachrichten für Sie, denn keine Mautgebühren gibt es in: Andorra, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Estland, Finnland, Island, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Moldawien, Monaco, Ukraine, Zypern und – pro forma – auch nicht im Vatikan.

7. Wartungsstand


Tempolimits

Last but not least: Sie sollten vor jeder Autofahrt, insbesondere vor jeder längeren Autoreise, darauf achten, dass sich der Motorölstand im richtigen Bereich befindet und gegebenenfalls noch Wasser in die Kühlungs- und Wischanlage nachfüllen. Selbstredend ist auch ein intaktes Reifenprofil wichtig – ebenso wie ein entsprechend der Mehrbelastung angepasster Luftdruck in den Reifen. Zu guter Letzt sorgen gute Scheibenwischer für eine tadellose Sicht. Diese sollten weder rissig noch verhärtet sein.

Allzeit gute Fahrt und einen traumhaften Urlaub wünscht Ihnen


BSW der Vorteil für den Öffentlichen Dienst