Eine individuelle Entscheidung: Alternative Antriebstechniken können sich lohnen

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Eine individuelle Entscheidung: Alternative Antriebstechniken können sich lohnen

Das Angebot an der Tankstelle erscheint attraktiv: im Schnitt kostet der Liter Autogas 80 Cent. Da stellen Autofahrer sich des Öfteren die Frage, ob eine Alternative zu Diesel und Benzin nicht auch für sie in Frage kommt. Hier stellen wir die unterschiedlichen Möglichkeiten vor.


Autogas / Erdgas betriebene Fahrzeuge

Was ist Autogas und Erdgas?
Autogas ist ein flüssiges Gasgemisch aus Propangas und Butangas. Die an Tankstellen gängigste Bezeichnung für Autogas ist LPG (engl. Liquified Petroleum Gas). Es ist mit dem Kraftstoff Benzin verwandt. Der reine Literverbrauch ist Benzin gegenüber etwas höher, dafür verbrennt Autogas umweltfreundlicher und ist trotz Mehrverbrauch im Reichweitenvergleich kostengünstiger. Das liegt vor allem an den steuerlichen Vergünstigungen aufgrund der positiven Umwelteigenschaften von Autogas.
Erdgas besteht vorwiegend aus Methan und wird an Tankstationen meist als Erdgas angeboten, aber auch unter der Abkürzung CNG (engl. Compressed Natural Gas). Erdgas ist mit durchschnittlich 1,- Euro pro Liter teurer als Autogas, aber immer noch weit günstiger als Benzin

Das Angebot an Erdgas- und Autogas-Stationen ist in Deutschland zufriedenstellend ausgebaut. Über 920 Möglichkeiten gibt es Autogas zu tanken. Darunter sind nicht nur klassische Tankstellen – auch Gasversorgungsunternehmen bieten Autogas-Zapfanlagen. Aufgrund unterschiedlicher Öffnungszeiten der Autogas-Stationen und der geografisch unterschiedlichen Stationsdichte ist vor allem bei weiteren Fahrten oder häufig unterschiedlichen Strecken eine aufwendigere Planung nötig. Technischer Helfer wie Webseiten und Apps für das Smartphone sowie aktuelle Navigationsgeräte bieten ausreichend Unterstützung. Auf www.gibgas.de und www.erdgas-mobil.de findest du wertvolle Informationen, Tipps und ein Verzeichnis aller Erdgas-Tankstellen in Deutschland und Europa mit Umkreissuche zu deiner nächstgelegenen Erdgas-Tankstellen.

Für wen lohnt sich ein Autogas- oder Erdgas-Antrieb?

  • Vielfahrer sparen mit Autogas sogar im Vergleich zu Diesel-Fahrzeugen. Eine individuelle Berechnung lohnt sich – ist aber auch vom gewählten Automodell abhängig.
  • Eine Erdgas- oder Autogas-Tankmöglichkeit in der Nähe des Wohnortes ist unabdingbar – weite Fahrtwege zur Tankstelle sind unbequem und mindern den Kostenvorteil.
  • Wer ohnehin Strecken plant und Reichweiten im Auge hat, hat keine Probleme in der Routenplanung mit seinem Erdgas- oder Autogas-Fahrzeug.



Strombetriebene Fahrzeuge

Was ist Elektroantrieb?
Niedrige Steuer und Versicherung, keine Abgase und angenehm leise. Das sind die Vorteile von reinen Elektroautos. Die Antriebsgewinnung erfolgt rein aus einem Elektromotor und wird im Gegensatz zum Verbrennungsmotor oder Hybridantrieb nicht durch andere Energiespeicher wie fossile Brennstoffe unterstütz. Im Gegensatz zu diesen ist das elektrische Fahren auch nur dann umweltschonend, wenn der Strom aus regenerativen Quellen kommt.

Bei reinen Elektrofahrzeugen steht und fällt der Bewegungsumkreis mit der Batterietechnik und deren Leistungsfähigkeit. Die durchschnittliche Reichweite mit einer Ladung liegt bei 130-160 Kilometern. Stark gemindert wird sie durch den Fahrstil und an Bord betriebene Verbraucher wie die Klimaanlage. Tests ergaben, dass sich die von den Herstellern angegebenen Reichweiten bei reinen Elektroautos im Alltagstest eher halbieren. Wer damit kein Problem hat und nahe einer Ladestation wohnt oder arbeitet sollte zum Aufladen genügend Zeit mitbringen. Am 230V Haushaltsstrom angeschlossen wird für eine Vollladung zwischen 6-12 Stunden benötigt. Darunter kommen nur Schnellladesysteme mit Drehstrom oder Hochvoltgleichstromladung.

Das Angebot an Ladestationen ist vor allem in Städten und Ballungsgebieten vorhanden. Rund 4.400 Stromladestationen wurden 2014 in Deutschland betrieben. Die Webseite http://www.smarttanken.de/ informiert aktuell über Standort und Verfügbarkeit. Auch sind einige Smartphone-Apps zum Auffinden von Ladestationen verfügbar.

Das größte Manko am derzeitigen Angebot an reinen Elektroautos ist der hohe Anschaffungspreis. Die Betankung an den Ladestationen ist recht günstig und auch zum Teil kostenfrei. An der Haushaltssteckdose zahlen Sie nur den bekannten Strompreis. Elektrisch gefahren kosten 100 Kilometer 6,- Euro bei einem Strompreis von 0,27 €/kWh und einem Verbrauch von 50 elektrischen Kilometern pro voll geladener Batterie von 12 kWh. Mit einem sparsamen Benziner fahren Sie diese für 7,70 Euro bei einem Durchschnittsverbrauch von 5,5 Litern und 1,40 Euro pro Liter. Um das reine Elektroauto über den günstigeren Verbrauch zu amortisieren müsste man einiges an Kilometern im Jahr zurücklegen – was durch die geringen Reichweiten konterkariert wird.

Für wen lohnt sich ein Elektroantrieb?

  • Kurzstreckenfahrer und Stadtbewohner mit eher geringer Kilometerleistung pro Jahr.
  • Stadtbewohner, Bewohner in Ballungsgebieten.<7li>
  • Kleinwagenliebhaber profitieren in Preis und Reichweite.
  • Überzeugungskäufer.



Mit Hybridtechnik betriebene Fahrzeuge

Was sind Hybridantriebe?
Als Alternative zum reinen Verbrennungsmotor sind Fahrzeuge technisch am ausgereiftesten, die mit einer Antriebsmischform aus konventionellen und elektrischen Komponenten betrieben werden. Bei Hybrid-Fahrzeugen werden die Energieumwandlung und Energieabgabe durch Energiespeicher zeitlich getrennt und/oder es werden zwei Energieumwandlungsmaschinen gleichzeitig betrieben, wie ein Elektromotor zusammen mit einem Verbrennungsmotor. Als Energiespeicher für den Elektroteil des Antriebs werden Akkus oder Doppelschichtkondensatoren verwendet. Fahrzeuge, die zum Beispiel mit Benzin und Erdgas betrieben werden sind keine Hybridfahrzeuge im eigentlichen Sinn. Sie besitzen mit dem Verbrennungsmotor nur eine Antriebstechnik.

Im Allgemeinen spricht man bei Fahrzeugen mit herkömmlichen Motor und Elektromotor von einem Hybridfahrzeug oder Hybridauto. Je nachdem, wie hoch die Leistung des elektrischen Antriebs an der Gesamtleistung des Autos ist, sind Hybridautos in Mikrohybrid, Mildhybrid und Vollhybrid kategorisiert. Ein Mikrohybrid bezieht zum Beispiel seine Energie aus dem Bremsvorgang. Diese dient dann aber nicht zum weiteren Antrieb, sondern nur zum Betrieb der Start-Stopp-Funktion des Verbrennungsmotors. Nur der Vollhybrid ist in der Lage rein elektrisch zu fahren und zu beschleunigen.

Im Stadtverkehr, gekennzeichnet durch kleinere Fahrtstrecken, geringere Geschwindigkeiten sowie häufiges Beschleunigen und Abbremsen, hat der Hybridantrieb in der Regel Vorteile im Energieverbrauch. Beim Überlandverkehr, also eher längeren Fahrtstrecken bei höheren Geschwindigkeiten, kann sich ein Hybridantrieb nachteilig auf den Verbrauch auswirken, weil in diesem Modus eher der Verbrennungsmotor läuft und der Hybridantrieb durch sein Eigengewicht das Gesamtfahrzeuggewicht erhöht.

Im Gesamten sind Kraftstoffeinsparungen von etwa 15-25% im Vergleich zum reinen Benzinfahrzeug möglich. Eine Kraftstoffersparnis kann nur im Hybridmodus oder im reinen Elektromodus erzielt werden. Diese ist allerdings individuell abhängig den gefahrenen Strecken. Die kombinierten Verbrauchswerte für Hybridfahrzeuge wie sie die Hersteller angeben, liegen etwa bei der Hälfte des Verbrauchs im reinen Verbrennungsbetrieb. In Alltagstest lassen sich diese Werte eher nicht bestätigen.

Für wen lohnt sich ein Hybridauto?

  • Stadtbewohner mit hoher Kilometerleistung in Ballungsgebieten.
  • Fahrer, die gerne sportlich beschleunigen.
  • Umweltbewusste Überzeugungskäufer.


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