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Von der Ostsee bis zur Tatra
Polen in großen Bildern
18. Mai 2026 | Manchmal braucht es keine weite Reise, um das Gefühl von Aufbruch zu spüren. Eine andere Aussicht, eine neue Geräuschkulisse am Morgen, eine ungewohnte Speisekarte … schon wird der Kopf wieder leichter. Und dafür muss man nicht ans andere Ende der Welt fliegen.
Polen liegt direkt vor unserer Haustür, ist bequem erreichbar und trotzdem für viele noch erstaunlich unbekannt. Wer sich darauf einlässt, entdeckt ein Land, das Geschichte und Moderne verbindet, das Natur in großen Bildern zeigt und zugleich mit lebendigen Städten begeistert – und das seine Gäste mit einer warmen, unkomplizierten Gastfreundschaft empfängt.
Das Beste:
Polen eignet sich für ganz unterschiedliche Reisearten. Kurz mal raus für ein Wochenende in die Stadt? Ein paar Tage am Meer? Aktivurlaub in den Bergen? Oder eine Rundreise durch Seenlandschaften und Wälder? All das ist möglich, und das oft mit einem Preis-Leistungs-Verhältnis, das angenehm überrascht.
Städtereisen – drei Klassiker, drei Stimmungen
Warschau – Energie, Mut und viel Grün
Warschau ist eine Stadt, die man nicht „einfach so“ besucht. Man spürt sie. Zwischen moderner Skyline und historischen Fassaden liegt eine Geschichte, die tief geht. Besonders eindrucksvoll ist die wiederaufgebaute Altstadt, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Wer durch die Gassen schlendert, kann sich kaum vorstellen, dass hier nach dem Zweiten Weltkrieg fast alles neu entstanden ist. Aber genau das macht den Zauber aus: Warschau ist nicht nur schön, sondern auch ein Symbol für Neuanfang.
Rund um das Königsschloss wird die Vergangenheit greifbar. Und wenn man danach in den Łazienki- Park abtaucht, wird es plötzlich still: große Bäume, Wasserflächen, kleine Brücken, elegante Pavillons. Ein Ort, an dem man Luft holen kann, mitten in einer Hauptstadt, die gleichzeitig dynamisch, kreativ und überraschend entspannt wirkt. Und wenn es Abend wird, lohnt sich ein Spaziergang an der Weichselpromenade, wo sich das Licht der Stadt im Wasser spiegelt.
Krakau – königliche Kulisse und lebendige Kultur
Krakau fühlt sich an wie ein Schritt in eine andere Zeit, und das im besten Sinne. Die ehemalige Königsstadt wartet mit einer sehr gut erhaltenen Altstadt auf, die sich wie eine Bühne öffnet: der große Marktplatz, die historischen Fassaden, die Krakauer Tuchhallen im Zentrum. Hier kann man stundenlang bummeln, schauen, sitzen, zuhören – und merkt erst spät, wie schnell die Zeit vergeht. Schloss und Kathedrale sind nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern ein Stück polnische Identität, über dem der Wawelhügel thront. Wer danach noch tiefer eintauchen will, geht nach Kazimierz, dem jüdischen Viertel. Dort trifft Geschichte auf Gegenwart, Tradition auf neue Ideen. Zwischen Synagogen, kleinen Innenhöfen, Restaurants und Bars entsteht eine einzigartige Atmosphäre, die Krakau so unverwechselbar macht. Warm, lebendig und manchmal vielleicht sogar ein bisschen melancholisch.
Danzig – Hanse, Meer und ein Hauch von Eleganz
Danzig verbindet maritime Leichtigkeit mit hanseatischem Stolz. Der berühmte „Lange Markt“ ist ein echtes Postkartenmotiv: prachtvolle Häuser, liebevoll restaurierte Details, viel Leben auf den Plätzen. Das Krantor erinnert an die Zeit, als hier Handel und Seefahrt das Bild bestimmten. Und genau dieses maritime Gefühl bleibt, denn die Ostsee ist immer nah. Ideal ist Danzig auch, wenn man Ausflüge einbauen möchte. Die Marienburg (außerhalb) ist beeindruckend groß und historisch faszinierend. Und wer danach Lust auf Strand hat, fährt weiter nach Zoppot: mondän, hell, entspannt. Die lange Seebrücke und der breite Strand machen den Ort perfekt, um Städtereise und Meer miteinander zu verknüpfen.
Wandern und Natur – Berge, Seen und uralte Wälder
Tatra – Polens hohe Berge
Im Süden wartet mit der Tatra das höchste Gebirge Polens. Im Sommer ist die Region ein Traum für Wanderer: gut ausgeschilderte Wege, klare Bergluft, Aussichtspunkte, die sich wirklich „verdient“ anfühlen. Ein Highlight ist der Bergsee Morskie Oko: ein Ort, an dem man automatisch leiser wird, weil die Kulisse so eindrucksvoll ist. Wer Lust hat, kann anspruchsvollere Touren planen, aber auch gemütlichere Wege finden. In den kalten Monaten wird die Region zum Wintersportziel: Skifahren, Schneewandern, warme Teehäuser und über alldem diese besondere Stimmung, wenn alles ruhig und weiß ist.
Białowieża-Nationalpark – Urwald mitten in Europa
Ganz anders, aber genauso beeindruckend, ist der Białowieża-Nationalpark. Er gehört zu den letzten großen Urwäldern Europas und ist UNESCO-Weltnaturerbe. Hier zeigt sich Natur nicht geschniegelt und geplant, sondern ursprünglich: alte Bäume, moosige Wege und eine Stille, die man in Mitteleuropa kaum noch erwartet. Berühmt ist der Park auch für die Wisente, die man dort in freier Wildbahn erleben kann.
Strandurlaub – Ostsee mit Platz zum Durchatmen
Polens Ostseeküste ist ein Geschenk für alle, die Weite lieben. Kilometerlange Sandstrände, Dünen, Kiefernwälder, frische Luft und oft deutlich weniger Trubel als an manchem deutschen Strand. Gerade wer im Sommer reist, spürt den Unterschied: Man findet leichter ruhige Abschnitte, kann lange laufen, ohne ständig an Strandkörben vorbei zu müssen, und hat trotzdem eine gute Infrastruktur zur Verfügung. Besonders bekannt ist die Bernsteinküste. Kolberg gilt als Kurzentrum mit Tradition – ideal für alle, die Erholung, Wellness und Strand verbinden möchten. Swinemünde dagegen überzeugt mit breiten Stränden und einer gepflegten Promenade. Viele Orte eignen sich auch hervorragend für einen Urlaub mit Familie: flaches Wasser, viel Platz am Strand, Fahrradwege und Ausflugsmöglichkeiten in der Umgebung. Ein Tipp für alle, die es gern aktiv mögen: Die Ostsee ist nicht nur zum Liegen da. Spaziergänge im Abendlicht, Radfahren durch Küstenwälder oder kleine Bootstouren bringen genau die Mischung aus Bewegung und Erholung, die viele im Urlaub suchen.
Rundreisen – Masuren, das Land der 1000 Seen
Die Masuren sind ein Klassiker, und das völlig zu Recht, denn die Region wirkt wie eine große, grüne Pause: unberührte Natur, wunderschöne Landschaften, glitzernde Seen, kleine Orte, viel Himmel. Gerade für alle, die im Alltag viel „müssen“, ist das hier ein Gegenentwurf. Morgens Nebel über dem Wasser, tagsüber Vogelrufe, abends ein stiller Sonnenuntergang am Ufer. Die Masuren gelten als Paradies für Vogelfreunde, aber nicht nur. Auch wer einfach gerne am Wasser ist, findet hier sein Glück, ob beim Paddeln, Segeln, Radfahren oder auf entspannten Spazierwegen. Viele Reisen werden als Busreise angeboten, zum Beispiel ab Berlin. Das kann eine sehr angenehme Lösung sein, wenn man stressfrei unterwegs sein möchte und trotzdem viel sehen will. Wer mehr Zeit hat, kann eine Rundreise durch Polen auch wunderbar kombinieren: ein paar Tage Stadt (zum Beispiel Krakau oder Danzig), danach Natur in Masuren oder an der Ostsee. So entsteht ein Urlaub, der sich reich anfühlt, ohne dass man jeden Tag Koffer packen muss.
Kulinarik – fünf Dinge, die Sie probieren sollten
Polen schmeckt deftig, ehrlich und oft überraschend fein. Wer das Land besucht, sollte sich auch kulinarisch treiben lassen – am besten, ohne zu streng zu planen. Diese fünf Klassiker gehören auf jeden Fall dazu:
- Sękacz, der Baumkuchen vom Spieß – Schicht für Schicht gebacken, ideal zum Kaffee.
- Żurek, die Sauerteigsuppe, gern im Brotlaib serviert – warm, würzig, typisch.
- Pierogi mit saisonaler Füllung – mal herzhaft, mal süß, immer gemütlich.
- Golonka, die Schweinehaxe – ein Klassiker für alle, die es herzhaft mögen.
- Wild aus den masurischen Wäldern – kräftig, aromatisch, regional.
Und dazu? Ein regionales Bier, ein Kompott (traditionelles, alkoholfreies Getränk), ein starker Kaffee, oder einfach ein langer Abend am Tisch. Genau hier zeigt sich oft die polnische Gastfreundschaft: unkompliziert, herzlich, mit dem Gefühl, dass Zeit keine Rolle spielt.
Praktische Reisetipps – damit aus Vorfreude Entspannung wird
Anreise und Reisezeit
Polen lässt sich je nach Ziel flexibel erreichen. Für Städte wie Warschau, Krakau oder Danzig bieten sich Bahn und Flug an, für Küste und Masuren ist die Anreise mit dem Auto oft besonders bequem, gerade, wenn man unabhängig sein möchte. Als Reisezeit funktionieren viele Monate: Für Städtereisen sind Frühling und Herbst ideal, wenn das Licht weich ist, und man entspannt durch Parks und Altstädte schlendern kann. Für Strandurlaub bieten sich natürlich eher die Sommermonate an, während die Tatra im Winter ihren ganz eigenen Reiz entfaltet.
Kleine Extras, die den Urlaub größer machen
Wer Polen zum ersten Mal bereist, profitiert von einer Mischung aus Plan und Freiheit. Ein bis zwei feste Highlights pro Tag reichen meist, der Rest darf spontan entstehen: ein Marktstand, ein Café, ein Spaziergang am Fluss. In vielen Regionen lohnt es sich außerdem, Unterkünfte mit guter Lage zu wählen, damit Wege kurz bleiben und sich der Urlaub nicht zu sehr nach Programm anfühlt. Und wer gern Mitbringsel findet, wird an der Küste schnell fündig: Bernstein spielt dort nicht nur im Namen eine Rolle.
Beispiel für eine stimmige Kombination
Wenn Sie nicht lange überlegen möchten: Starten Sie mit zwei bis drei Tagen Danzig, bauen Sie einen Ausflug nach Zoppot ein und hängen Sie danach eine entspannte Strandwoche oder ein paar Naturtage an. Alternativ funktioniert auch „Krakau plus Tatra“ hervorragend: erst Kultur und Altstadt, dann Berge, klare Luft und Morskie Oko. So entsteht ein Urlaub, der sich abwechslungsreich anfühlt, ohne hektisch zu werden.