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Schutz des Trinkwassers

Medikamente im WC entsorgen - Bitte nicht!

Ist unser Trinkwasser noch sicher? Immer mehr Versorgungsunternehmen haben Probleme mit unsachgemäß über die Toilette oder den Ausguss in der Küche entsorgten Abfällen. Besonders die wachsende Menge an Medikamenten, die im WC landen, führt zu Schwierigkeiten.

Medizin wegspülen? Das schadet unserer Umwelt!

Ob Schmerztablette, Antidepressiva oder Betablocker: Nicht mehr benötigte Arzneimittel oder solche mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum werden häufig im WC einfach weggespült. Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) tut das einer Umfrage zufolge bei flüssigen Arzneimitteln fast jeder Zweite. Tendenz steigend – allein bedingt durch unsere immer älter werdende Gesellschaft. Gelangt Medizin jedoch in die Kanalisation, finden sich viele Inhaltsstoffe in Bächen, Flüssen und Seen wieder, weil sie nicht oder nur langsam biologisch abbaubar sind. Laut Bundesumweltamt wurden etwa 150 Wirkstoffe in deutschen Oberflächengewässern und rund 40 Wirkstoffe im Grundwasser nachgewiesen, von denen sich einige auf die Umwelt auswirken: So löse das Schmerzmittel Diclofenac Nierenschäden bei Forellen aus und unterhalb von Kläranlagenabläufen sei eine Verweiblichung von männlichen Fischen beobachtet worden, die in Kontakt mit hormonell wirksamen Arzneistoffen gekommen waren. Zu vielen weiteren Medikamenten bzw. Wirkstoffen fehlen zudem Langzeitstudien, die sich mit deren Auswirkung auf Flora und Fauna beschäftigen.

Jeder kann etwas tun

Doch was tun? Denn auch die Nachrüstung der Kläranlagen mit einer so genannten "vierten Reinigungsstufe" verhindert oftmals nicht, dass Spurenelemente im Wasser zurückbleiben. Außerdem müssten die Kosten dafür weitergeleitet werden, damit am Ende nicht die Abwasserentsorger auf ihnen sitzen bleiben. Leidtragende wären also alle Verbraucher. Um dem zu entgehen, fordert der BDEW bereits im Vorfeld einzugreifen und ein bundesweit einheitliches Sammel- bzw. Rücknahmesystem für Altmedikamente verpflichtend einzuführen. Zudem sollen auch die Verursacher stärker in die Pflicht genommen werden. „Insgesamt braucht Deutschland eine neue Arzneimittelstrategie, damit bei Herstellung beziehungsweise Zulassung die ökologische Abbaubarkeit von Arzneimitteln gleichrangig berücksichtigt wird“, so der Verband. Doch auch jeder Einzelne könne schon jetzt einen wichtigen Beitrag zur Verringerung des Problems leisten, indem er seine Medikamente fachgerecht entsorgt.

Wohin mit den nicht verbrauchten Medikamenten?

Jede Arznei, auch in flüssiger Form, wird über die Restmülltonne entsorgt. Denn der Restmüll wird heutzutage vollständig verbrannt, wobei alle Wirkstoffe zerstört werden. Die Verpackungen und die Tabletten wandern, je nach Verpackungsart, getrennt in den Müll. Flaschen oder Ampullen kommen fest verschlossen mit übrig gebliebenem Inhalt in den Restmüll. Das bedeutet auch, dass der Behälter nicht mit Wasser ausgespült werden sollte. Bei Unsicherheiten kann die Medizin auch bei der örtlichen Schadstoffsammelstelle abgegeben werden. Früher nahmen alle Apotheken abgelaufene oder nicht verbrauchte Medikamente zurück und entsorgten sie. Dieses System wurde vor einigen Jahren abgeschafft. Doch auch heute können Medikamente in vielen Apotheken zurückgegeben werden – jedoch auf freiwilliger Basis. Schon beim Erwerb des Medikaments kann dieser Service abgefragt werden.

Auf die Packungsgröße achten

Um der großen Mengen an überflüssigen Medikamenten entgegenzuwirken, sollte man sich vor dem Kauf vom Arzt oder Apotheker zu einer angemessenen Packungsgröße beraten lassen. Das Bundesministerium für Gesundheit empfiehlt Hygiene-Maßnahmen, um die Haltbarkeit von Medikamenten nicht zu verkürzen. Dazu zählen eine sorgfältige, hygienische Entnahme der Einzeldosis und die saubere Entnahme flüssiger Arzneimittel. Zusätzlich sollen die Behälter sofort wieder gut verschlossen und spezielle Lagerungshinweise beachtet werden.


  • Versorgungsunternehmen, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, Arzneimittelstrategie, Entsorgung, Bundesministerium für Gesundheit, Öffentlicher Dienst